Ernst-Penzoldt-Mittelschule

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Herz? Lende? Zunge? Und wo ist denn das Hirn?

Nein...diesen Fragen gingen die Schülerinnen und Schüler der 8c nicht in der Metzgerei Boggnsagg, sondern bei der Firma Contifleisch Erlangen auf den Grund. Im Rahmen des PCB Unterrichts haben die Schüler schon Kenntnisse über gesunde und vielseitige Ernährung, Trendnahrungsprodukte und die Wichtigkeit einer ausgewogenen Ernährung erhalten. „Was, wir machen eine Betriebserkundung in den Schlachthof?!“, war die erste und etwas entsetzte Reaktion der Schüler auf dieses Vorhaben. Ist das nicht eklig?

In unserer Ernährung ist Fleisch ein wichtiger Bestandteil, und wer Fleisch isst, der sollte auch wissen, woher es kommt, woher es geliefert und wo es verpackt wird. Außerdem bietet die Firma Contifleisch, die als Familienunternehmen in der 3. Generation von den Brüdern Wolfgang und Günter Härtl geführt wird, auch Ausbildungsplätze für unsere Schüler. Nach der sehr herzlichen Begrüßung durch den Chef persönlich und dem Tierarzt Herrn Doktor Schaller wurden wir mit Hygieneanzügen, Hauben und Füßlingen für die Führung ausgestattet, denn bevor die Arbeitshallen betreten werden durften, mussten wir durch die Hygieneschleuse zur Desinfektion. Sauberkeit wird in der Firma ganz groß geschrieben!

Hinter der Schleuse waren wir auch schon mitten im Arbeitsprozess: in der Abteilung Rinder- zerlegung. Rinderhälften werden aus der Schlachtung über Förderbänder zu einem Mitarbeiter transportiert, der mit einer Säge die Viehhälfte nach einer genauen Vorgabe zersägt. Das sieht abenteuerlich aus. Zur Überraschung einiger Schüler fließt dabei – entgegen der Befürchtung – wenig bis gar kein Blut, und „es ist auch gar nicht schlimm.“ Anschließend transportiert ein Förderband die nun zerteilten Fleischhälften wie auf einer „Fleischstraße“ zu weiteren Mitarbeitern, die das Fleisch dann je nach Bestellung weiter zerlegen und mit sehr scharfen Messern zerschneiden. Ganz magere Rindfleischstücke für leckere Braten, Fettanteile für die Weiterverarbeitung zu Dönerfleisch wie auch Filetstücke werden in verschiedene Körbe verteilt und ebenfalls über ein Fließband weitergeleitet in die Verpackung. Das Fleisch sieht sehr appetitlich aus, sogar die Rinderzunge , die viele noch nie „in Natur“ gesehen haben. Heute durften wir sie sogar befühlen! Lediglich der Rindermagen sah etwas befremdlich aus. In Italien, wohin er geliefert wird, gehört Pansensuppe zu den Delikatessen.

Die Fleischstücke, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind, werden als Tierfutter weiterverwendet oder in der Tierkörperbeseitigungsanlage verbrannt, erklärt uns Herr Härtl. Jedes Tier ist mit einem Aufkleber, einem sogenannten „Pass“ gekennzeichnet, auf dem Herkunftsland, Fettgehalt, Geschlecht, Fleischfülle, Alter und Rasse vermerkt sind.

Kaum zu glauben: Etwa 500 Rinder laufen täglich durch die Zerlegung!

Das meiste Fleisch wird vakuum-verschweißt und sofort mit firmeneigenen oder gemieteten LKWs zu Kunden (Großhandel oder Metzgereien) zumeist in Deutschland gebracht, aber auch weltweit bis nach China verschifft. Noch nicht bestelltes Fleisch lagert in Kühlräumen bei minus 20 Grad. Hier lagert auch ein „besonderes“ tiefgekühltes Fleisch, denn die Firma Contifleisch beliefert – nebenbei gesagt – auch eine bei Schülern sehr angesagte Fastfood-Kette mit gefrorenem und sehr hochwertigem Rindfleisch.

Seit heute wissen wir auch, wie man das Fleisch einer Kuh von dem eines männlichen Tieres unterscheiden kann ( das verraten wir aber nicht), und wenn wir künftig ein Steak essen, können wir jetzt zuordnen, aus welchem Teil des Rindes dieses herausgeschnitten wurde. Zunge und Filet hätten wir dann geklärt, Hirn haben wir leider nicht finden können, da die Köpfe der Rinder unmittelbar nach der Schlachtung „weiterverschickt“werden.

Es war sehr interessant zu erfahren, in welchen Produkten sich Bestandteile vom Rind finden. Abschließend beantwortete Herr Härtl mit 2 Mitarbeitern in der Kantine noch unsere Fragen. Aktuell beschäftigt der Betrieb 3 Auszubildende im Großhandel. Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Lebensmitteltechnik, Überwachung oder Qualitätssicherung sind gegeben. Mit vielen Eindrücken und neuem Wissen fuhren wir nach 2,5 Stunden zur Schule zurück.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Härtl und seinen Mitarbeitern, für die Zeit, die sie sich genommen haben, um uns einen umfassenden Einblick in die Abläufe des Unternehmens zu geben und uns einen interessanten und lehrreichen Vormittag zu ermöglichen. Vielen lieben Dank!

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